Wegweiser im Ausbildungsdschungel

Alle zwei Jahre, jeweils im Oktober von Mittwoch bis Sonntag, informieren sich rund 60'000 Besucherinnen und Besucher – davon 24'000 Schüler und Schülerinnen – an der Baselbieter Berufsschau über Berufsbildungsmöglichkeiten und Karrierewege. Rund 150 Aussteller – darunter 60 Berufsverbände – präsentierten auf einem 8’000 Quadratmeter grossen Ausstellungsgelände abwechselnd in Liestal und Pratteln 220 Berufe, die alle im Kanton Baselland erlernt werden können. 

Erlebniswelt Arbeitsplatz

Mit 13 oder 14 Jahren haben die meisten Schüler und Schülerinnen noch keinen klar definierten Berufswunsch. Auf der Suche nach geeigneten Informationen steht ihnen zwar das Web offen – doch «der persönliche Kontakt und der Einblick in die gelebte Praxis ist stärker als jedes digitale Treffen. Dank der Berufsschau können sich Jugendliche ein Bild von der realen Arbeitswelt machen», erläutert Urs Berger, Stv. Direktor Baselland und Leiter Berufsbildung der Wirtschaftskammer Baselland. Zusammen mit einem OK-Team organisiert er die Baselbieter Berufsschau seit 1999.

Berufe zum Anfassen

Jugendliche wollen Berufe entdecken und „live" erleben, um zu erfahren, was sie später einmal erwartet. Nach dem Motto „Bitte berühren" bieten Stände aus allen Sparten realitätsnahe Berufs-Präsentationen mit vollständig eingerichteten Arbeitsplätzen inkl. Rohmaterial, Maschinen, Apparate, Geräte, Werkzeuge, Instrumente, Zubehör und Uniformen. Überall wird montiert, gehämmert, arrangiert, ausgemessen, gelötet, gepflegt, programmiert und ... intensiv mit Lehrlingen und Lehrbeauftragten diskutiert. Der Austausch mit Fachleuten stösst auf reges Interesse, und es werden zahlreiche Fragen zur Grundausbildung aber auch zu Aufstiegschancen und Weiterbildung beantwortet.

Sicherheit für alle als oberste Priorität

Die Berufsmesse ist eine Grossveranstaltung, die spezifischen Gefahren und potenziellen Schäden ausgesetzt ist. «Wir sind mit einer Vielzahl von Risiken konfrontiert», erläutert Urs Berger, «und wir legen sehr grossen Wert auf die Sicherheit». Unterstützt wird er dabei seit 2006 von Protectas, welche sämtliche Überwachungs- und Schutzlösungen sowie Personal zur Kontrolle der Sicherheit vor Ort bereitstellt. Dank dieser langjährigen und engen Zusammenarbeit kommt es vor, während und nach dem Messebetrieb weder zu Diebstahl noch Vandalismus noch anderen Zwischenfällen.

Integriertes Sicherheitskonzept

Das Portfolio beinhaltet zahlreiche und vielseitige Aufgaben, die nur dank sorgfältigster Planung aus einer Hand bewältigt werden können. Zum einen müssen Areal, Zelte und alle Stände mit ihren Maschinen, Werkzeugen und Computer Tag und Nacht sowohl gegen Ausfall wie gegen Diebstahl gesichert werden. Zum anderen erfordert die komplexe Auf- und Abbau-Logistik in den Tagen vor und nach der Messe eine ausgesprochen enge Zusammenarbeit – im Minutentakt! – von Standbauern, Lieferanten und Speditionsbetrieben. Nicht zu vergessen sind die Überwachungsarbeiten während des Messebetriebs sowie die Eintrittskontrolle und das Leiten von Besucherströmen. Last but not least wurden Szenarien wie medizinische Notfälle, eine rasche Evakuation, Unwetter, Anschläge usw. minutiös vorbereitet und die Kooperation mit Polizei, Feuerwehr und Gemeindebehörden präzise festgelegt.

Zusammenarbeit als entscheidender Erfolgsfaktor

Die Berufsschau wird seit Anfang an von den gleichen Protectas-Sicherheitsexperten und –Fachleuten unterstützt. Ausgabe für Ausgabe bauen die beiden Projektteams die Kooperation aus, verfeinern das Konzept und die Ansätze. Während der Messe werden sämtliche sicherheitsrelevante Abläufe genauestens unter die Lupe genommen und protokolliert. Dieses Wissen fliesst in die Planungsarbeiten der nächsten Ausgabe ein. Urs Berger: «Die Leute von Protectas denken mit, bringen laufend konkrete Vorschläge und halten uns bezüglich Technologie auf dem neusten Entwicklungsstand.» Jüngstes Beispiel ist der Einsatz von RVS (Remote Video Solutions). Die Fern- und Videoüberwachung wurde bereits 2017 auf Anregung von Protectas eingeführt und hat sich seither so bewährt, dass sie bei der nächsten Ausgabe nicht nur im Aussen- sondern auch im Innenbereich eingesetzt werden soll. Wie erfolgreich der Einsatz der Kameras ist, zeigt folgende Anekdote: Eines Abends wurden Lärm und Bewegungen aus dem benachbarten Jugendhaus registriert. Die Einsatzzentrale forderte daraufhin über die in den Kameras integrierten Lautsprecher die Gruppe auf, die Örtlichkeiten zu verlassen und jagte damit den ahnungslosen Verursachern einen riesen Schrecken ein welche dann das Gelände umgehend und schadenlos verlassen haben.

«Wir erfinden uns jedes Mal neu»

Die nächste Berufsschau findet vom 23. bis 27. Oktober 2021 in Liestal statt und wird sich wiederum in mehreren Erlebniswelten der Interaktivität widmen. Alle zwei Jahre eine weitere «Generation» von Auszubildenden aufs Neue zu begeistern ist eine grosse Herausforderung. Urs Berger: «Wir setzen bewusst auf die Digitalisierung, um die Jugendlichen abzuholen. Die Berufsschau hat eine eigene Website, kommuniziert über Social Media und setzt selbstverständlich QR-Codes und Handy-Apps für alle Besucherinformationen ein». Auch die Kommunikation mit den Ausstellern und Partnerfirmen erfolgt ausschliesslich digital: Während jeder Stand über ein eigenes elektronisches Dossier mit allen Unterlagen, Sicherheitsvorgaben und den laufenden Besucherstatistiken verfügt, erhalten auch Partnerfirmen wie Transportbetriebe, die Sonderzüge und –Busse zur Verfügung stellen, ihre Anweisungen online. «Die konsequente Digitalisierung aller Prozesse ermöglicht uns, die Übersicht zu bewahren – und es ist auch ein Beitrag an die Nachhaltigkeit», hält der OK-Präsident fest, der sich im Übrigen ganz den Grundsätzen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses («Kaizen») und der Innovation verschrieben hat.

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